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Autor Thema: Learn To Be Lonely - Clan der Vampire FF  (Gelesen 1055 mal)
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Julian Luna
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« am: 17. August 2008, 20:46:36 »
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Anmerkungen: Die FF basiert auf die Serie "Clan der Vampire" (Kindred - The Embrace) weswegen sie sich nicht mit Personenbeschreibungen aufhält. die Serie selber lehnt an das Vampire - Die Maskerade Regelwerk an

Learn To Be Lonely

So still wie jetzt, war es wohl noch nie gewesen. Lediglich der Regen, der unablässig nieder fiel, war zu vernehmen. Dicke Regentropfen fielen auf die Erde nieder, webten einen silbern schimmernden Vorhang, den man nicht entrinnen konnte. Ein kleiner Windhauch schob die Wolken vor den Mond, der voll und hell am Himmelszelt stand. Leise raschelten die Blätter der umstehenden Bäume, ehe der Wind nachließ und wieder nur das Fallen der Regentropfen zu hören war. Welch süße und doch erdrückende Stille es war. Sie verschluckte gänzlich alles, genau wie die Dunkelheit. Was würde er nur dafür geben, dass die Wolken ewig vor dem Mond blieben, damit die Dunkelheit auf immer blieb. Was würde er nicht alles dafür geben, dass die Sonne niemals wieder aufging und es ewig Nacht blieb. Er wollte den neuen Tag nicht, würde alles dafür tun, damit dieser fort blieb. Was brachte auch schon ein neuer Tag? Außer neuen Kummer, neue Wunden und neuen Schmerz? Es brachte ihm nichts. Nie würde er vergessen können, nie darüber hin weg kommen. Die Sonne, das Licht, es würde ihn stets daran erinnern. Aber er wollte nicht erinnert werden. Er wollte vergessen. Sein Herz, seine Seele, sein Wesen....es schmerzte einfach bei jeder Erinnerung. Könnte er doch nur vergessen. Und doch...wenn er vor der Wahl stehen würde, er würde die Erinnerungen behalten, weil er gar nicht anders konnte, weil ihm nichts anderes geblieben war.

Seine Kleidung war längst vom Regen durchnässt, der Wind zehrte an ihm, aber es interessierte ihn nicht. Er wollte noch eine Weile bleiben und die Stille genießen. Wenn es so ruhig war, wenn man nur den Geräuschen der Welt lauschen konnte, dann war sie wieder bei ihm. Dann war sie ihm so nahe, als würde sie direkt vor ihm stehen. Dann konnte er ihr bezauberndes Lächeln sehen, ihren Duft riechen, ihre Stimme hören, die so leise war, dass sie vom Wind fort getragen wurde. Für einen Moment erlaubte er es sich schwach zu sein und schloss die Augen. Deutlich sah er sie vor sich, wie sie ihn anlächelte, wie ihre Augen vor Glück und Freude funkelten. Heute würden sie es nicht mehr tun. Als er sie das letzte Mal gesehen hatte, waren ihre Augen kalt und ausdruckslos gewesen. Er öffnete seine Augen, hoffte so das Bild los zu werden, aber es gelang ihm nicht. Oh, wie sehr schmerzte es ihn, daran zu denken. Konnte er nicht einfach vergessen und nur die alten Erinnerungen behalten? Konnte ihm nicht einfach jemand die Last von den Schultern nehmen? Ihm war nach schreien zu mute und doch verließ nicht ein Wort seine Lippen. Er wollte die Stille nicht durch brechen, damit sie auf Ewig bei ihm blieb.

Wie liebevoll hatte sie ihn stets angesehen. Wie verlegen hatte sie jedes Mal reagiert, wenn er sie geküsst hatte? Wie Leidenschaftlich hatte sie reagiert, wenn er anfing ihr die Wogen der Lust näher zu bringen? Sie hatte sich einfach in sein Herz gestohlen, sich dort fest gesetzt und ihn völlig verändert. Er hatte es zu gelassen, weil er es wollte, weil er es gebraucht hatte.

Ein leises und trauriges auflachen entkam seinem Mund. Er hatte immer gewusst, dass sie irgendwann nicht mehr an seiner Seite sein würde. Er hatte immer geahnt, dass es ihm schwer fallen würde, sie wirklich gehen zu lassen, aber das es so schwer sein würde....damit hatte er nicht gerechnet. Allerdings hatte er auch nie damit gerechnet, dass sie ihn so schnell verlassen würde. Was sie wohl gedacht hatte, als sie am Morgen wach geworden war? Was hatte sie nach dem Frühstück gemacht? Wie hatte sie wohl ausgesehen, als sie das letzte Mal bei ihm angerufen hatte? Sie hatte so fröhlich und glücklich geklungen, als sie ihm zum Abendessen einlud. Woran hatte sie wohl gedacht, als sie den Supermarkt verlassen hatte? Was hatte sie wohl gesagt, bevor das Auto sie erfasst hatte? Was hatte sie als letztes gesehen, bevor sie ihre Augen für immer geschlossen hatte?

Wieso tat es nur so weh? Wieso wollte der Schmerz einfach nicht nach lassen? Er hatte doch von Anfang an gewusst, dass dieser Tag irgendwann kommen würde. Wieso also riss es ihn in ein so tiefes Loch, dass er dort einfach nicht mehr raus kam? Er wusste genau, wieso es ihn so mit nahm. Er hatte immer geglaubt, dass sie im hohem Alter von ihm gehen würde. Das eine Krankheit der Grund dafür sein würde. Er hätte sich darauf vorbereiten können, hätte Stück für Stück Abschied von ihr nehmen können. Aber so? Es war ihm nicht vergönnt gewesen. Schon als das Telefon geklingelt hatte, hatte er gewusst, dass irgendwas nicht stimmte. Es war einfach Intuition gewesen. Er wollte den Telefonhörer nicht abnehmen und doch hatte er es getan. Noch heute hallte der Satz des Arztes in seinen Ohren wieder.

„Es tut uns Leid...wir konnten nichts mehr für sie tun. Ihre Verletzungen waren einfach zu groß....sie ist vor wenigen Minuten für tot erklärt worden...“

Deutlich hatte er damals die Worte vernommen und doch waren sie nur wie durch Watte an sein Ohr gedrungen. Er wollte schreien, wollte fort laufen und doch war er zu nichts fähig gewesen. Der Telefonhörer war ihm aus der Hand gefallen, hart auf dem Schreibtisch aufgeschlagen. Wie in Trance hatte er sich auf den Stuhl, hinter sich, sinken lassen. Wann genau hatte sie eigentlich veranlasst, dass man ihn benachrichtigen sollte, wenn sie ins Krankenhaus kam? Was genau war eigentlich passiert? Wer hatte ihr erlaubt für immer zu gehen? Es gab doch noch so vieles, was er ihr sagen wollte. Er wollte ihr sagen, wie sehr er sie liebte, wie sehr er sie brauchte. Das sie ihn nicht alleine lassen sollte, weil es ihn das Herz brechen würde. Aber er würde niemals wieder die Gelegenheit dazu bekommen.

„Herr, die Sonne geht langsam auf....“

Julian drehte sein Kopf leicht, sah Billie an, der ihn besorgt musterte. Der neue Tag würde also kommen, würde Sonnenschein, Licht und Wärme bringen. All das, was er nicht mehr wollte. Er konnte es einfach nicht mehr ertragen. Mit ihr, mit seiner geliebten Caitlin, war dies alles aus seinem Leben verschwunden. Wieso also verschwand es nicht auch vom Antlitz der Welt? Oh, er hatte doch gewusst, dass es ihm schwer fallen würde, aber nie hätte er gedacht, dass es ihn auf fressen würde.

„Gleich, Billie“, gab er mit müder, entkräfteter Stimme zurück. Alles was er wollte, was er brauchte, war hier. Genau hier. Wo es gar nicht hingehörte. Sie gehörte nicht an diesen Ort. Er gehörte hier hin, hätte schon vor sehr langer Zeit hier hin gesollt, aber doch nicht sie. Sie hatte doch noch so viel vor gehabt. Wie grausam die Welt doch sein konnte.

Mit schweren Schritte und gebückter Haltung ließ Julian den Ort hinter sich, ging auf den Wagen zu und setzte sich hinten rein. Noch immer fiel der Regen nieder, hatte die Tränen der Trauer fort gewischt so, als habe es sie nie gegeben. Er schloss die Wagentür, blickte aus dem Fenster raus zu dem Platz, wo er bis gerade eben gestanden hatte.

„Nach Hause, Billie“, kam es leise von ihm, ehe die Stille wieder einsetzte. Noch lange ruhte sein Blick auf dem Ort, ehe die getönte Scheibe langsam hoch fuhr und er auf seine Hände sahen. Sie zitterten. Ständig zitterten sie, wenn er hier her kam und die ganze Nacht einfach an ihrem Grab stand. Und jede Nacht fragte er sich, ob er gehen würde, bevor die Sonne aufging oder ob er bleiben würde. Heute hatte er sich wieder dafür entschieden zu gehen. Aber wie würde es morgen aussehen? Nun, dies konnte er auch morgen entscheiden. Und bis er sich gänzlich entschieden hatte und seine Hände aufhören würden zu zittern, würde er lernen müssen alleine zu leben.

Ende

Anmerkung 2: Erwähne ich extra erst hier um die Spannung vorher nicht weg zu nehmen *g
Um es kurz Aufzuklären, damit man einige Passagen vielleicht etwas besser versteht, Julian ist ein Kainskind (Vampir) und Caitlin ein Mensch. Die Gesetzte der Kainskinder verbieten es, dass er sich ihr gänzlich offenbart und sagt, was er eben ist Zwinkernd
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« Antwort #1 am: 17. August 2008, 21:14:33 »
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Gut wie ich ja schon durchsickern ließ kenn ich mich im Kapitel 'Vampire' nicht so aus, aber auch wenn das nicht mein Speziagebiet ist find ich das echt himmlisch geschrieben! Die Wortwahl und wie du da so mit den tollen Ausdrücken um dich wirfst und sie so passend verwendest, wo doch die meisten nich draufgekommen wären was so zu schreiben! Echt genial! Ich find deinen Schreibstil hier echt bewundernswert!!!!

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"I'm Hip, I'm Hop and I'm a Hip Hop Hopper... Hip, Hippelidip Hop diHopdop, Hip Hop Hopper"

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